Wenig Raum zur Verfügung? Diese Treppen sind die Lösung

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Raumsparende Treppe

Immer kostspieligerer Baugrund bedingt es in den modernen westlichen Ländern, eher in die Höhe als in Breite zu bauen. Dementsprechend finden sich auch in Deutschland zunehmend Häuser in schmaler Bauweise mit vielen Etagen. Letztere müssen natürlich mit Treppen verbunden werden. Doch wo wenig Raum zur Verfügung steht, sollte die Treppe so kompakt wie möglich ausfallen. Sogenannte Raumspartreppen machen es möglich.

Bei Raumspartreppen handelt es sich dem Namen entsprechend um Treppen, die auch auf beschränktem Raum platzsparend eingesetzt werden können. Viele der Modelle besitzen dennoch die gesamte Stufenfläche, allerdings gibt es auch Modelle, bei denen die Stufen jeweils nur zur Hälfte betreten werden können, so dass ein abwechselndes Auftreten notwendig ist.

Raumspartreppen liegen im Trend

Raumspartreppen erfüllen mittlerweile oft auch in großzügigen Wohnräumlichkeiten den Zweck der unauffälligen Eleganz und schlichten Nützlichkeit. Die Treppe tritt damit optisch in den Hintergrund und lässt anderen architektonischen Elementen den Vortritt. In Wohnräumen, in denen eine Halbetage überwunden werden soll, stellen Raumspartreppen ebenso eine preiswerte Möglichkeit zur Höhenüberwindung dar. Oft zum Einsatz bei Raumspartreppen kommt der sogenannte Mittelholm, welcher unterhalb der Stufen gelegen ist und diese trägt, ohne dass an den Stufenseiten weitere Befestigungen vorhanden sind.

Welche Modelle von Raumspartreppen am verbreitetsten sind, erklären wir in den folgenden Abschnitten.

Spindeltreppen

Spindeltreppen, auch Wendeltreppen genannt, haben eine gezogene Form, die sich wie das Gewinde einer Schraube um eine Stange in ihrem Mittelpunkt windet. Unterschiede bei dieser Treppenform stellen nicht nur die Länge, sondern auch die unterschiedlichen Designs und verwendeten Muster dar.

Das Material ist bei Spindeltreppen besonders ausschlaggebend für deren Erscheinungsbild und somit für das Design. Von der kompletten Stahltreppe über die Treppe aus Holz bis hin zu  Kombinationen aus einer Stahlsäule und Glasstufen ist nahezu alles realisierbar. Spindeltreppen sind somit nicht an einen bestimmten Haustyp gebunden und lassen sich vom urigen Holzchalet bis hin zu einem hochmodernen und futuristisch eingerichtete Haus überall verwenden.

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Kragarmtreppen

Eine Kragarmtreppe ist quasi die architektonische Verkörperung von puristischem Minimalismus, da sie das statische Prinzip des einseitig eingespannten Balkens nutzt, um die Illusion von völliger Schwerelosigkeit zu erzeugen. Bei dieser besonderen Konstruktion sind die einzelnen Stufen nur an einer Seite fest in der Wand verankert, während das andere Ende ohne sichtbare Stützen frei in den Raum ragt.

Der größte Vorteil dieser Treppenform liegt in ihrer optischen Leichtigkeit. Da auf Wangen, Setzstufen und eine sichtbare Unterkonstruktion verzichtet wird, kann das Licht mit Kragarmtreppen ungehindert durch den Raum fließen, das sorgt für eine helle und luftige Atmosphäre. Zudem ist die Treppe ein wahres Raumwunder, da der Bereich unter den Stufen komplett frei bleibt und somit das Zimmer optisch nicht unnötig verkleinert. Ein weiterer Pluspunkt ist die gestalterische Flexibilität, da die Stufenkerne – bestehend meist aus robustem Stahl – mit nahezu jedem Material verkleidet werden können, z. B. mit Massivholz, Sichtbeton, Naturstein oder sogar Glas. Die Treppe kann damit perfekt auf das individuelle Interieur abgestimmt werden.

Bolzentreppen

Auch die Bolzentreppe zeichnet sich durch eine hervorragende Raumausnutzung aus. Durch die selbsttragende Konstruktion ist bei dieser Treppenform keine Unterkonstruktion aus Holz oder Metall notwendig, was material- und platzsparend zugleich ist. Eine große Vielfalt an Varianten und zur Verfügung stehenden Materialien machen die Bolzentreppe zu einem echten Allrounder, mit ihr müssen keine optischen Kompromisse eingegangen werden.

Die Stufen bei der Bolzentreppe werden direkt am sie umgebenden Mauerwerk befestigt, wodurch keine darunter liegende Tragkonstruktion notwendig ist. Für die Verankerung werden Gummilager verwendet. Somit wird die Stabilität einerseits durch das Geländer und die Stufen und andererseits durch die Verankerung im Mauerwerk erreicht. Grundsätzlich ist die Bolzentreppe an eine Wand gebunden, wobei es mittlerweile auch abgehängte Konstruktionen zur freien Befestigung gibt.

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Für eine Massivholztreppe kommen überwiegend Massivhölzer wie Eiche, Fichte, Buche oder Esche zum Einsatz. Dabei kann für den Handlauf und die Sprossen dasselbe Holz verwendet werden. Eine noch elegantere Lösung ergibt sich mit der Verwendung von Edelstahl und Glas, besonders in Kombination.