Früher war es lediglich eine kleine Randgruppe sogenannter „Ökos“, die sich für das energiesparende Bauen interessierte. Sie wurden belächelt und bemitleidet ob der teils eigenartigen Maßnahmen, die man zur Umsetzung entsprechender Pläne einsetzte. Heute sieht die Sache ganz anders aus. Energiesparendes Bauen ist für viele Menschen zu einer Art Lebenseinstellung geworden. Die wertvollen natürlichen Ressourcen unserer Erde sollen dadurch geschont und möglichst lange erhalten werden.
Zudem ist das Ganze natürlich auch eine Geldfrage. Die Energiekosten sind in den vergangenen Jahren stetig gestiegen und werden es wohl auch in Zukunft weiter tun. Außerdem sorgt der fortwährende Klimawandel dafür, dass sich in den Köpfen der Bürger ein ganz neues Umweltbewusstsein breitmacht. Somit liegen energiesparende Immobilien voll im Trend. Wer hier Weitblick beweist, wird in Zukunft die Früchte seiner Anstrengungen ernten können.
Doch energiesparendes Bauen muss sorgfältig und von langer Hand geplant werden, damit die einzelnen Maßnahmen optimal aufeinander abgestimmt sind. Ideal ist es dabei, bereits vor dem Bau der Immobilie die notwendigen Schritte einzuplanen und zu berücksichtigen.
Welche Faktoren wirken sich besonders stark auf den Energieverbrauch eines Gebäudes aus?
Wir möchten im Winter wohlige Wärme in unserem Haus haben, im Sommer dagegen angenehme Kühle. Am besten alles auf Knopfdruck. Kein Problem, denn heute sorgen leistungsfähige Heizungs- und Klimaanlagen dafür, dass sich das gewünschte Klima im Gebäude innerhalb kürzester Zeit einstellt. Die Kehrseite dieser Bequemlichkeit ist der teilweise hohe Energieverbrauch. Energiesparendes Bauen setzt grundsätzlich an allen Punkten an, an denen Energie in einem Gebäude verloren gehen kann, und verknüpft diese Punkte mit besonders sparsamen Maßnahmen zur Energieerzeugung.
Dabei spielt etwa die Gebäudeform eine ausschlaggebende Rolle. Sie ist eine der wichtigsten Maßnahmen zum energiesparenden Bauen und kann ausschließlich vor Beginn des Bauvorhabens entsprechend festgelegt werden. Schließlich kann die Gebäudeform später nicht mehr korrigiert werden. Es gilt hier, einen Kompromiss zu finden zwischen einer einerseits kompakten Gebäudeform, die möglichst wenig Energie entweichen lässt, und einer Form, die beispielsweise für das Sonnenlicht und die damit verbundene Energie genug „Angriffsfläche“ bietet.
Was hat der Stromverbrauch mit energiesparendem Bauen zu tun?
Energie wird in einem Gebäude nicht nur in Form von Wärme erzeugt und verbraucht, sondern auch durch den Strom. Daher sollten bereits bei der Planung der Immobilie entsprechende Energieeinsparmaßnahmen, insbesondere im Hinblick auf den Stromverbrauch, berücksichtigt werden. Am effektivsten ist hier der Einbau einer Photovoltaikanlage, entweder als Balkonkraftwerk oder mittels entsprechender Elemente auf dem Dach. Diese ähnelt im Grunde der bekannten Solaranlage, sie ist allerdings nicht für die Erzeugung von Wärme bzw. Warmwasser zuständig, sondern für die Stromerzeugung aus dem Sonnenlicht.
Was ist bei einer solchen energiesparenden Dämmung zu beachten?
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) gibt ganz klare Vorgaben über verschiedene Faktoren zur Dämmung einer Gebäudehülle, zum Beispiel in Bezug auf die Winddichtigkeit. Eine gute Dämmung sorgt dafür, dass Wärmebrücken im Gebäude so weit wie möglich vermieden werden. Darunter versteht man schlecht gedämmte Stellen, über die die Wärme das Gebäude verlassen kann, beispielsweise an Fenstern und Türen, aber auch durch Decken und Balkone.
Eine perfekte Wärmedämmung sorgt also dafür, dass die Gebäudeheizung wesentlich weniger Arbeit verrichten muss. Apropos Heizung: Sie ist der mit Abstand größte Energieverbraucher in jedem Haus. Dabei dient die Heizung nicht nur dazu, für angenehm warme Luft in den Wohnräumen zu sorgen, sie wärmt auch das Wasser auf, welches wir zum Duschen, Baden, Kochen oder Spülen benötigen. Um möglichst energiesparend zu heizen, muss eine moderne und effiziente Heizungsanlage zum Einsatz kommen, etwa Blockheizkraftwerke oder Holzpelletheizungen. Oftmals wird die Heizungsanlage auch mit Solarkollektoren auf dem Dach des Gebäudes verknüpft, wodurch das Sonnenlicht genutzt wird und sich ein weiterer Energieeinsparungseffekt ergibt.
Manches Haus kommt gar völlig ohne eigene Heizungsanlage aus. Hier werden etwa Erdwärme oder Fernwärme dazu genutzt, die Gebäudeluft aufzuheizen. Dabei spricht man auch von Passivhäusern, denn im Gebäude muss keine Energie aktiv erzeugt werden.
Was gibt es hinsichtlich der Isolierung beim energiesparenden Bauen zu beachten?
Neben der Dämmerung spielt die Isolierung eine große Rolle, wenn es darum geht, ein Gebäude in energiesparender Bauweise zu errichten. Dabei dürfen die beiden Begriffe nicht verwechselt werden: Während die Dämmerung dafür sorgt, dass möglichst wenig Wärme das Innere des Gebäudes verlässt, sorgt die Isolierung dafür, dass ebenso wenig Kälte und Feuchtigkeit von außen eindringen.
In früheren Zeiten wurden Isolierungsmaßnahmen meist nur im Bereich des Kellers vorgenommen. Heute dagegen wird größtenteils die gesamte Gebäudehülle mit modernsten Materialien isoliert. Dies betrifft natürlich auch das Dach des Gebäudes, wo man mit besonderen Dampfsperrschichten dafür sorgt, dass Außen- und Innenluft streng voneinander getrennt sind.
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