Haus kaufen oder bauen? So treffen Sie die richtige Entscheidung

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Schlüssel zum neuen Haus

Kaufen, was schon steht, oder von Grund auf neu bauen? Eine Nullachtfünfzehn-Antwort gibt es auf diese Frage ebenso wenig wie ein objektives Für und Wider. Mit realistischer Finanzierung und klarem Plan bieten sowohl Bestandsimmobilien als auch Neubauten viele Vorteile – zumindest, wenn Sie vermeidbare Kostenfallen umgehen, auf die Marktlage achten und die Gesamtkosten im Blick behalten.

Was sagt der deutsche Immobilienmarkt: Bestand oder Neubau?

Eins lässt sich nicht ignorieren: „Business-as-usual“ gibt es derzeit weder in der Baubranche noch auf dem Immobilienmarkt. Gerade hatte sich die Baubranche nach jahrelanger Rezession wieder stabilisiert und für 2026 ein optimistisches Umsatzwachstum von 2,5 Prozent ankündigt, da schaffen steigende Bauzinsen und der Irankrieg neue Unsicherheit. Dass Deutschland mit 185.000 Fertigstellungen weiterhin EU-weit zu den Schlusslichtern zählt, macht es nicht besser und zeigt, dass in Deutschland immer weniger und wenn, dann zu teuer gebaut wird.

Derweil ist auf dem Immobilienmarkt zwar kein „Kauf-Boom“ zu erkennen, dafür erholte sich die Branche aber wieder mit einem Wachstum von 14 Prozent im Jahr 2025. Ein treibender Faktor dafür: die steigenden Mieten, die den Haus- und Wohnungskauf umso attraktiver machen. Weitere Auslöser sind die langsam steigenden Immobilienpreise, die schnelles Handeln erfordern, um sich derzeit noch unterbewertete Immobilien und staatliche Förderungen für den Bestand zu sichern.

Haus bauen oder kaufen: Alle Unterschiede auf einen Blick

Was für oder gegen den Bestandskauf spricht und wann ein Neubau die bessere Alternative ist? Gute Argumente gibt es für beide Varianten. Was am besten zu Ihnen passt, ist eher eine Frage des Geldes, des geplanten Gebrauchs und der gewünschten Zeit bis zur Verfügbarkeit:

Kriterium Hauskauf (Bestand) Hausbau (Neubau)
Kosten / Finanzierung Transparenter Kaufpreis meist unter Neubaukosten, dafür mit potentiellem Sanierungsbedarf Gesamtkosten inklusive Nebenkosten meist höher als beim Bestandskauf, dafür sehr individuell planbar
Verfügbarkeit Sehr kurzfristig bezugsfähig / nutzbar Zeitraum von Planung bis Fertigstellung deutlich länger inkl. möglicher Verzögerungen
Lage Große Objektauswahl in gefragten Lagen Seltener in zentralen Wohngegenden, eher am Stadtrand oder in ländlicher Lage
Zustand Abhängig vom Baujahr können energieeffiziente Sanierungen/Modernisierungen nötig sein Meist auf aktuellem technischen und baulichen Stand
Gestaltung Individuelle Wünsche nur durch nachträgliche bauliche Maßnahmen möglich Sehr großer Gestaltungsspielraum je nach Wunsch und Budget
Energieeffizienz Oft energetische Sanierungen (Heizung, Dämmung, Isolierung) notwendig Sehr hohe Energieeffizienz nach aktuellen GEG-Standards
Wertentwicklung Sehr gute Chancen durch Lage und Modernisierung, aber abhängig vom Sanierungsgrad Hohe Wertstabilität und moderater Wertzuwachs je nach Lage

 

Hausbau: Immobilien wie maßgeschneidert

Für 2026 hatte die Bundesregierung 400.000 neue Häuser und Wohnungen anvisiert. Aktuelle Prognosen deuten darauf hin, dass es tatsächlich nur unter 200.000 Neubau-Wohnungen werden könnten. Angesichts steigender Materialkosten, einer wackligen Wirtschaft und hoher Zinsen bei Baufinanzierungen ist die Zögerlichkeit vieler Bauwilliger nur verständlich.

Trotz dieser Herausforderungen bietet ein Hausbau weiterhin überzeugende Argumente: Die Energieeffizienz ist unschlagbar, denn Bestandsbauten erreichen selbst mit Sanierung und Modernisierung nur selten dasselbe Level. Erneuerbare Energien lassen sich zudem durch Solar oder Wärmepumpe von Anfang an einplanen. Der große Gestaltungsspielraum, nicht vorhandenen Sanierungskosten sowie die garantierte Erstnutzung – sei es durch Selbstbezug oder Vermietung – machen den Hausbau zur einer sinnvollen Altersvorsorge und Wertanlage, insbesondere in Regionen, in denen sich noch unterbewertete Grundstücke ergattern lassen.

Bestandsbau: Auf Lage, Baujahr und Zustand kommt es an

In Zeiten steigender Materialpreise und knapper Wohn- und Baufläche erweisen sich Bestandsbauten als äußerst wirtschaftlich und ressourcenschonend. Umso größer wird auch die Nachfrage, denn deutschlandweit gibt es ein großes ungenutztes Potenzial an leerstehenden Altbauten, Gewerbeimmobilien und Bürogebäuden, die eine einfache Umnutzung ermöglichen.

Staatlich geförderte Sanierungsmaßnahmen helfen zudem dabei, Bestandsgebäude ohne zu große finanzielle Belastung auf den neuesten Stand der Energieeffizienz zu bringen und individuell umzubauen. Die kurze Planungszeit – von Objektsuche bis Einzug oder Vermietung – macht Bestand umso attraktiver. Noch ein Argument ist die Auswahl an Bestandsimmobilien in verschiedenen Bautypen, in städtischen Top-Lagen sowie im gefragten Umland der Metropolen.

Der Greyfield-Index bestätigt den Trend – jede zweite Baugenehmigung wurde 2025 für Bauen im Bestand erteilt.

Alle Kostenpunkte beim Hausbau oder Hauskauf im Blick

Der Erfolg beim Hausbau oder -kauf hängt vor allem von einem strukturierten Finanzplan ab. Besonders wichtig: Kennen Sie Ihre Grenzen. Nur ein Immobilienprojekt, das Sie finanziell stemmen können, steht auf sicherem Fundament. Behalten Sie daher folgende Hauptkostenpunkte im Blick:

Hausbau Kostenanteil Hauskauf Kostenanteil
Grundstückspreis (inklusive Erschließung und Grundbucheintrag) 20 bis 30 Prozent Immobilienpreis (inklusive Grundstückspreis) 75 bis 90 Prozent
Reine Baukosten (für Material, Rohbau/Innenbau, Ausstattung, Energieeffizienz) 50 bis 60 Prozent Mögliche Baukosten durch Sanierung/Modernisierung (je nach Zustand / Alter) Bis zu 20 Prozent
Baunebenkosten (für Grunderwerbsteuer, Notar-/Gerichtskosten, Makler, Architekt, Versicherungen) 10 bis 20 Prozent Kaufnebenkosten (für Grundbuch, Grunderwerbsteuer, Notar, Maklergebühr) 8 bis 15 Prozent
Kosten für Außenanlagen (wie Terrasse, Garten, Garage, Zufahrt) 5 bis 15 Prozent Zusätzliche Kosten bei Aus- oder Umbau 5 bis 15 Prozent
In der Regel Finanzierung mit gestaffelter Auszahlung nach Baufortschritt Möglichst 70 bis 80 Prozent der Gesamtkosten Meist Finanzierung mit sofortiger Auszahlung Möglichst 70 bis 80 Prozent der Gesamtkosten

Die Gesamtkosten für den Hausbau variieren stark nach Bautyp: Ein Fertighaus kostet etwa 150.000 bis 300.000 Euro, ein Massivhaus bis zu 450.000 Euro. Mögliche Mehrkosten durch Bauverzögerungen oder Insolvenz sollten Sie einplanen und auf Fertigstellungsgarantien bestehen.

Beim Hauskauf bestimmen Lage, Zustand, Baujahr und Größe den Kaufpreis. Preisspannen liegen durchschnittlich bei 380.000 Euro für Bestandshäuser und bis zu 580.000 Euro für kürzlich fertiggestellte Immobilien. Bestandsobjekte sind somit oft bis zu 300.000 Euro günstiger – ein Grund für die steigende Nachfrage, die sich auch im 20-prozentigen Anstieg an Immobilienkrediten in 2025 zeigt.

Unterschätzen Sie mögliche Nebenkosten für Sanierung und Umbau bei Bestandsimmobilien sowie Risiken beim Neubau durch Bauverzögerungen nicht. Da sich Bau- und Kauffinanzierungen über mehrere Jahre erstrecken, gilt es auch, die Entwicklung von Bauzinsen zu verfolgen und Anschlussfinanzierungen frühzeitig zu planen.

Unser Tipp: Verschaffen Sie sich vor einer endgültigen Entscheidung einen Überblick und berechnen Sie Gesamtkosten und Finanzierungsbedarf für Ihr Immobilien-Projekt.

Kaufen oder Bauen? Beides kann sich 2026 lohnen

Sowohl für den Hausbau als auch für den Hauskauf gibt es gute Argumente: Trotz langfristig steigender Zinsen und Hauspreise gibt es noch attraktive Angebote für Immobilien und Grundstücke. Ausschlaggebend sind Detailfragen wie die eigene finanzielle Belastungsgrenze, der Finanzierungsbedarf sowie die Zeit bis zur Verfügbarkeit.

Wer sich möglichst schnell Wohn- oder Immobilieneigentum wünscht, hat beim Hauskauf eine große Auswahl und muss nicht viel Zeit mitbringen. Der Hausbau ist zwar zeitintensiver, bietet dafür aber maximale Gestaltungsfreiheit, hohe Energieeffizienz und Wertstabilität.