Selbst wohnen vs. Anlageobjekt: Welche Immobilienform macht für mich mehr Sinn?

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Selbst wohnen oder vermieten

Trotz (oder gerade wegen?) aller Krisen ist die Immobilie immer noch des Deutschen liebstes Anlageobjekt. Doch diesbezüglich gibt es eine ganze Reihe von Missverständnissen. Gerade junge Menschen, die ihre erste Immobilie kaufen, setzen eine Anlageimmobilie oftmals mit dem Traumhaus im Grünen für die eigene Familie gleich. Genau vor dieser fehlenden Differenzierung warnen Experten. Warum das so ist, beleuchten wie hier.

Was junge Menschen beachten sollten, die ihre erste Immobilie erwerben möchten

Junge Menschen träumen oft von einem idyllischen Einfamilienhaus auf dem Land. Sie müssen sich aber darüber im Klaren sein, dass ein solches Objekt kaum als Renditeimmobilie taugt. Schließlich verliert ein selbst genutztes Wohnobjekt pro Jahr nicht selten rund 2 bis 3 % seines Wertes durch die Eigennutzung.

Wer jung ist und ein neues Haus oder eine Eigentumswohnung kaufen möchte, sollte stattdessen in Erwägung ziehen, das Objekt in eine Anlageimmobilie umzuwandeln und in diesem Zuge zu vermieten. Für die eigene Nutzung sollte man sich ebenfalls ein Mietobjekt suchen. Die Gründe liegen auf der Hand: Alles, was man in eine vermietete Eigentumswohnung oder in ein Haus steckt, kann steuerlich abgesetzt werden. Dieser Vorteil fällt bei einer Eigennutzung des Objektes komplett weg.

Die Idee, das erste Haus als Investition zu nutzen, widerspricht den allgemeinen Vorstellungen von persönlichen Finanzen. Sie widerspricht auch der Art und Weise, wie die meisten Menschen ihr Leben nach dem Studium oder der Ausbildung planen. Der typische finanzielle Zeitplan eines durchschnittlichen Erwachsenen sieht eben so aus, dass er vom Studium bzw. der Ausbildung über den ersten Job und die Anmietung einer Wohnung bis hin zur Heirat und dem Kauf eines Eigenheims reicht. Es ist grundsätzlich nichts Falsches daran, diesen Zeitplan einzuhalten, denn er gibt viel Zeit, Geld zu sparen und das junge Leben zu genießen. Doch wer Hochschulabsolvent mit solidem Job ist, für den ist es vielleicht nicht so klug, mit der Investition in Immobilien zu warten, bis man weit über 30 oder gar 40 ist.

Nach welchen Objekten sollte man Ausschau halten, wenn eine gute und sichere Rendite im Vordergrund steht?

Bei der Auswahl des passenden Objektes stehen insbesondere geografische Indikatoren ganz oben auf der Anforderungsliste. Und hier sind es besonders die Ballungszentren und die bekannten Großstädte, die gemäß Immobilienbewertung seit Jahren stetig steigende Renditen garantieren.

Diese demografischen Indikatoren umfassen auch den Zugang zu Arbeitsplätzen, Kindergärten, Ärzten und vieles weitere. Man tut also gut daran, das gewünschte Objekt sorgfältig und ohne Zeitdruck auszuwählen. Eine Eigentumswohnung in guter Lage in einem Ballungszentrum bzw. einer größeren Stadt ist jedoch eine Anlage, mit der man quasi nie etwas falsch machen kann.

Mit welcher Strategie lässt sich mithilfe von Immobilien langfristig Vermögen aufbauen?

„Möglichst jung mit dem Erwerb von Anlageimmobilien abzufangen, ist immer richtig“, rät ein erfahrener Immobilienmakler aus Harlaching. Eine solide Strategie, die fast immer zum gewünschten Erfolg führt, ist der initiale Kauf einer kleinen, gut gelegenen Eigentumswohnung, die zunächst vermietet wird und nach etwa zehn Jahren dann gewinnbringend verkauft werden kann. Mit dem dadurch generierten Kapital lassen sich im Idealfall gleich zwei oder drei neue Objekte anschaffen, die ebenfalls nach einer gewissen Haltezeit – währenddessen sie natürlich vermietet sind – wieder mit entsprechendem Gewinn veräußert werden.

Wer diese Strategie schon im jungen Alter von etwa Mitte 20 beginnt, kann mit dem nötigen Durchhaltevermögen mit Mitte 50 ein beträchtliches Vermögen im durchaus siebenstelligen Bereich aufgebaut haben. Und das ganz ohne Hexerei!

Und natürlich spricht nichts dagegen, sich bei bereits vorhandenem Vermögen, das durch den geschickten Aufbau eines eigenen Immobilienportfolios erwirtschaftet wurde, auch den Traum vom eigenen Objekt zu erfüllen, in dem man mit der Familie sehr angenehm leben kann. Es sollte eben nur nicht am Anfang des hier skizzierten Weges stehen.